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Umweltleistung der Zuckerrübe

 

Zuckerrübe und Umwelt

Nachhaltigkeit

Vergleich Zuckerrübe-Zuckerrohr

Anforderungen und freiwillige Maßnahmen zur umweltgerechten Produktion

Gute landwirtschaftliche Praxis

Maßnahmen auf freiwilliger Basis

EUF – Elektro-Ultra-Filtrationsverfahren

Grundwassersanierung

Beregnung

Umweltschutzvorschriften für Zuckerindustrie

Rübenanbau ist umweltfreundlich




Zuckerrübe und Umwelt

Ziel der agrarischen Produktion war während der gesamten Menschheitsgeschichte die Herstellung von gesunden Lebensmitteln. Daran hat sich bis heute nichts geändert.
Neu ist das Interesse der Gesellschaft an der „Art der Produktion“. Unsere auf hohem sozialem Standard stehende Gesellschaft fordert eine „umweltgerechte und nachhaltige Produktion“. Gefragt wird also nicht die Produktqualität allein, sondern auch die „Qualität der Produktion“.
Eine umweltgerechte und nachhaltige Produktion hat die natürlichen Stoffkreisläufe zu berücksichtigen, schont die natürlichen Ressourcen und hat einen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft zu leisten.



Nachhaltigkeit

Österreichs Zuckerwirtschaft setzt sich seit langem mit der Frage einer umweltgerechten und nachhaltigen Rübenproduktion auseinander. Die Zuckerrübe ist eine alte europäische Wildpflanze und somit eine „heimische Kultur“. Im Laufe ihrer Geschichte hat sich die Zuckerrübe zu einer der wichtigsten einheimischen Kulturpflanzen entwickelt, die einen hohen ökologischen Stellenwert aufweist. Die Zuckerrübe stellt besonders hohe Ansprüche an die Bodengesundheit und Bodenstruktur. Daher kann die Zuckerrübe auch nur alle 4 bis 6 Jahre auf dem gleichen Standort angebaut werden. Sie unterscheidet sich somit positiv von der Monokultur Zuckerrohr, das über viele Jahre hinweg auf dem gleichen Standort produziert wird und dessen Produktion somit zu einer massiven Anhäufung von Schädlingen und Krankheiten führt.



Vergleich Zuckerrübe-Zuckerrohr

Zuckerrübe wird in den klassischen Produktionsgebieten Europas seit nunmehr 150 Jahren im Abstand von ca. 5 Jahren auf denselben Flächen angebaut. Diese Flächen werden aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse in den letzten 20 Jahren konsequent untersucht, um die Auswirkungen des Rübenbaues auf Bodengesundheit und Bodenfruchtbarkeit genauestens zu studieren. Die Ergebnisse dieser Forschung zeigen, dass der Anbau von Rüben ein wichtiges ökologisches Glied in unseren Fruchtfolgeketten ist.
Im Vergleich dazu führt die exzessive Produktion von Zuckerrohr in manchen Ländern zu massiven Umweltproblemen wie Abschwemmung der Böden und Eutrophierung der Gewässer. Es ist zu beobachten, dass nach 2 bis 3 Anbauturnussen mit Zuckerrohr die zurückgelassenen Flächen für die landwirtschaftliche Produktion nicht mehr geeignet sind, da sie im wahrsten Sinne des Wortes ausgebeutet sind. Gerade diese Länder haben in den letzten Jahren ihren Zuckerrohranbau noch bedeutend ausgeweitet, dies oft nur durch exzessive Rodung von tropischen Regenwäldern, wie z.B. Brasilien.



Anforderungen und freiwillige Maßnahmen zur umweltgerechten Produktion

Die Erfüllung der Anforderungen im Bezug auf Umwelt wird in Österreich durch zahlreiche nationale Rechtsvorschriften gewährleistet. Aufgrund der föderalistischen Struktur Österreichs fallen einige dieser Normen unter die Gesetzgebung und/oder Vollziehung in die Kompetenz der einzelnen Bundesländer.



Gute landwirtschaftliche Praxis

Bereits die Mindeststandards für Rübenproduktion weisen in Österreich ein vergleichsweise hohes Niveau auf. Der Einsatz von Düngemitteln und Düngehilfsmitteln benötigt eine Zulassung mittels Verordnung (Typenzulassung) oder Bescheid; dies schützt z.B. die Böden vor Kontamination mit Schwermetall.
Die Eigenschaften des jeweiligen Produktionsstandortes werden in Abhängigkeit von Bodenart (leichter oder schwerer Boden) bei den Vorgaben zur Düngebemessung und dem anzuwendenden Düngungsverfahren berücksichtigt. Düngung in Hanglagen und Gewässerrandzonen unterliegen verschärften Auflagen.
Ebenso dürfen nur amtlich zugelassene Pflanzenschutzmittel in Verkehr gebracht und eingesetzt werden. Die Zulassung eines Pflanzenschutzmittels wird in Österreich besonders sorgfältig geprüft; Österreich akzeptiert in diesem Bereich nicht automatisch „europäische Zulassungen“, sondern nur die deutschen Zulassungen. Diese restriktive Vorgangsweise sichert einerseits einen extrem hohen Umweltstandard, bedeutet für die österreichischen Rübenbauern jedoch auch Nachteile, da die Höhe der Umweltstandards mit der Höhe der Produktionskosten meist direkt einhergeht.
Die Ausbringung von Klärschlamm ist ebenfalls streng geregelt und darüber hinaus im Rübenbau untersagt, ausgenommen zeitlich und räumlich begrenzte Versuchsanstellungen.



Maßnahmen auf freiwilliger Basis

Im Rahmen des Programmpaketes „österreichisches Programm zur Förderung einer umweltgerechten, extensiven und den natürlichen Lebensraum schützenden Landwirtschaft“ – ÖPUL wirtschaftet der Großteil der österreichischen Rübenbauern. Die ÖPUL-Grundförderung setzt unter anderem sachgerechte Düngung voraus, die Reduktion bzw. den Verzicht auf ertragssteigende Betriebsmittel, die integrierte Pflanzenproduktion, die Begrünung von Ackerflächen im Herbst und Winter, Erosionsschutz im Ackerbau und vorbeugenden Gewässerschutz.



EUF – Elektro-Ultra-Filtrationsverfahren

Mit der EUF-Methode steht dem österreichischen Zuckerrübenanbau seit mehr als
25 Jahren ein System der Düngeoptimierung zur Verfügung. Schwerpunkt der Untersuchungs- und Beratungstätigkeit bildet dabei der Stickstoff, der einerseits zur Synthese von Pflanzenprotein lebenswichtig ist, von dem ein Zuviel jedoch zu schweren Schäden in der Umwelt, insbesondere im Grundwasser führen kann. Die regelmäßige Untersuchung der Böden aller österreichischen Rübenbauern wurde daher in der österreichischen Zuckerwirtschaft schon vor mehr als 20 Jahren eingeführt, darüber hinaus ist sie heute Teil der Dokumentation der Qualität der landwirtschaftlichen Produktion, insbesondere im Rübenbau.
Die Ergebnisse der EUF-Bodenuntersuchung werden in den ÖPUL-Programmen, aber auch in ausländischen Programmen zur integrierten Produktion anerkannt.



Grundwassersanierung

Ziel ist die Verringerung der Nitratbelastung sowohl der Oberflächengewässer als auch des Grundwassers und die entsprechende Vorbeugung.
Mit 90 kg Reinstickstoff je ha basiert die mittlere Empfehlung der Richtlinie des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft auf dem durchschnittlichen Düngerbedarf der Rübe. Durch die EUF-Bodenuntersuchung kann der Mittelwert von 90 kg Stickstoff pro ha sehr viel spezifischer und somit standortbezogen ermittelt werden; die Düngewerte gemäß EUF-Verfahren liegen zwischen 40 und 150 kg Reinstickstoff je ha. Dies gewährleistet eine optimale Ernährung der Zuckerrübe und einen vorbeugenden Boden- und Gewässerschutz. Langjährige Bodenuntersuchungsreihen bestätigen in Österreich und Deutschland, dass die Rübe durch ihre hohe Aufnahmerate für Stickstoff als „Sanierungsfrucht“ gesehen werden kann.



Beregnung

Die Zuckerrübe verträgt Trockenheit im Hochsommer über längeren Zeitraum gut, so dass die Beregnung relativ spät einsetzen kann. Das Wasserdefizit schwankt von Jahr zu Jahr und Anbaugebiet. Rund 40 % der österreichischen Rübenanbaufläche wird beregnet. Durch den Einsatz von Methoden zur Bestimmung der Bodenfeuchtigkeit, wie z.B. der Gipsblockmethode, kann eine möglichst genaue Dosierung des Beregnungszeitpunktes und der Berechnungsmenge vorgenommen werden. Dies schont einerseits die Grundwasserressourcen und verhindert andererseits den Austrag leicht löslicher Pflanzennährstoffe.



Umweltschutzvorschriften für Zuckerindustrie

Die Zuckerindustrie unterliegt seitens der österreichischen Behörden der Gewerbeordnung und den Bestimmungen des Umweltrechtes, das sind Luftreinhaltung, Gewässerschutz, Abfallwirtschaft, Deponievorschriften, Umweltverträglichkeits- prüfung, Lebensmittelgesetz, …

Ein kurzer Auszug der Maßnahmen von Agrana zur Verbesserung der Umwelt:

Ein ressourcenschonender Umgang mit Energie und Rohstoffen ist unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit eine Verpflichtung für jetzt und für unsere künftigen Generationen. Jährlich werden Millionenbeträge investiert, um in den Bereichen Transport, Energieversorgung, Produktion und Verpackung eine Aufwandsminimierung unter Berücksichtigung umweltschützender Maßnahmen zu erreichen.


  • Der Rübentransport erfolgt zu 50 % umweltschonend mit der Bahn.

  • Im Nahrunbgsmittelunternehmen ist Hygiene eine unabdingbare Voraussetzung.
    Die AGRANA Zucker und Stärke AG setzt hier natürliche Hopfenextrakte ein. Dieses Verfahren wurde von der Zuckerforschung Tulln Ges.m.b.H. entwickelt und international zum Patent angemeldet.

  • Soweit wirtschaftlich vertretbar, wurde von Heizöl schwer auf das von SO2- und Staubemissionen nahezu freie Erdgas umgestellt. In der Kampagne 2000 wird – wie schon seit 1996 – ausschließlich Erdgas verfeuert.

  • Aus den Schnitzeltrocknungsanlagen kommt praktisch nur mehr staubfreier Wasserdampf: es wurden Nassentstaubungsanlagen installiert.

  • Mit der Chromatographie (Melasseentzuckerung) wurde ein physikalisches Verfahren installiert, das abwasserbelastende Verfahren ersetzt.

  • Zufolge des hohen Wasseranteils (75 %) der Zuckerrübe werden Kraft-Wärme-Kopplungs- und Energieverbundprozesse eingesetzt. Der Energieeinsatz wurde in den letzten Jahren durch energiesparende Investitionen drastisch reduziert. Die CO2 –Emissionen konnten in 10 Jahren um 57 % vermindert und damit ein bedeutender Beitrag zur Umweltentlastung geleistet werden. Die 1994 in Tulln errichtete Gasturbinen-Kraft-Wärme-Kopplungsanlage benötigt durch die optimale Brennstoffausnutzung gegenüber einer konventionellen Anlage, in der Strom und Wärme getrennt erzeugt werden, um 20 % weniger Primärenergie.

  • Alle Werke der AGRANA-Gruppe sind mit biologischen Abwasserreinigungsanlagen ausgestattet.

  • Mit Hilfe einer Kassettenwirtschaft wird die den Rüben anhaftende Erde wieder den Ackerböden zugeführt, wobei die früher mit der Erdablagerung verbundenen Geruchsbelästigungen praktisch vermieden werden.

  • Seit 1996 wird in allen Werken der bei der Saftreinigung anfallende Carbokalk – ein hochwertiger Kalkdünger mit vielen Nährstoffen – zur Ausbringung als Dünger auf die Felder abgegeben.

  • Umfangreiche Schallschutzmaßnahmen haben zu erheblichen Reduktionen der Schallemissionen in allen drei Werken geführt.



Rübenanbau ist umweltfreundlich

Im Anbau von Zuckerrüben wurden in den letzten 20 Jahren erhebliche Forschritte erreicht. Dies betrifft die für den Landwirt wichtigen Kriterien Qualität und Ertrag, ebenso wie die Ökologie.
Die zukünftige Ausrichtung des Rübenbaues wird noch stärker als bisher die Umwelt im Auge haben.

Diese Zielrichtung steht nicht im Widerspruch zum ökonomischen Erfolg – im Gegenteil: nachhaltiges und umweltbewusstes Wirtschaften stehen bei der Rübe im Einklang mit der Produktion hoher Qualität!





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